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Apps aus dem Chat heraus: Was Copilot Cowork und Copilot Studio jetzt können
29. September 2026
Apps entstehen nicht mehr im Backlog, sondern im Chat. Microsoft bringt mit Copilot Cowork und Copilot Studio eine Funktion, mit der ganze Business Apps per Konversation entstehen, direkt angebunden an eure Unternehmensdaten. Was das bedeutet und wo die Grenzen liegen.
Zwei Wege, ein Prinzip
Bisher lief das Bauen einer internen App meist gleich: eine Idee, ein Ticket an die IT, eine Warteschlange, und irgendwann, Wochen oder Monate später, ein Ergebnis. Microsoft will diesen Weg jetzt deutlich abkürzen. Mit dem neuen App Building in Copilot Cowork und Copilot Studio lässt sich eine vollwertige Business App im Grunde einfach beschreiben, und Copilot baut daraus ein lauffähiges Gerüst.
Egal ob man in Copilot Cowork über den neuen /app Skill startet oder direkt in Copilot Studio, das Prinzip bleibt gleich:
- Man beschreibt das gewünschte Ergebnis, die Nutzer*innen, die Daten und die Aktionen, die die App ausführen soll.
- Copilot Studio übersetzt das mit Hilfe von agentischem Coding in ein erstes Gerüst
- Lässt sich danach in natürlicher Sprache weiter verfeinern
- Zugriff auf den zugrunde liegenden Code inklusive (für alle, die tiefer einsteigen wollen).
Copilot Cowork
In Copilot Cowork ist der /app Skill aktuell über das Microsoft Frontier Programm verfügbar, als schneller Einstieg direkt aus dem gewohnten Chat heraus.
Copilot Studio
In Copilot Studio entsteht die App künftig gleichberechtigt neben Agents und Workflows, als weiterer Baustein für vollständige Prozesslösungen. Der Rollout dafür läuft aktuell als Public Preview.
Gamechanger: Die Anbindung an echte Daten
Eine App zu generieren ist nur die halbe Miete. Damit sie im Alltag etwas bringt, muss sie an echte Systeme andocken, sicher laufen und sich in bestehende Abläufe einfügen. Genau hier setzt die neue Funktion an: Die Apps nutzen Konnektoren, um auf Unternehmensdaten zugreifen zu können (beispielsweise über Work IQ, welches organisatorischen Kontext bereitstellt). Damit wird aus einer reinen Datenanzeige ein echtes Werkzeug: Die App kann nicht nur Informationen anzeigen, sondern auch handeln und Ergebnisse direkt in die angebundenen Systeme innerhalb der eigenen Microsoft 365 Umgebung zurückschreiben.
Zwei Beispiele aus Microsofts eigener Vorstellung des Features:
Eine Onboarding App, die den Fortschritt neuer Mitarbeitender aus einer Datenquelle zieht, passende Lernressourcen anzeigt und die Onboarding Einträge selbst aktualisiert.
Eine App für den Außendienst, die technische Produktinformationen aus einem Drittsystem holt, Schritt für Schritt durch einen Vorgang führt und die Ergebnisse wieder in die angebundenen Systeme zurückschreibt.
Kein Wildwuchs: Governance von Anfang an
Wo früher aus genau diesem Bedürfnis heraus oft Insellösungen entstanden sind, will Microsoft mit dieser Funktion einen anderen Weg gehen.
Die entstehenden Apps sind vollwertige Anwendungen auf offenen Standards, mit Git basierter Versionskontrolle und getrennten Umgebungen für Entwicklung und Produktivbetrieb.
Identität läuft über Microsoft Entra, Datenrichtlinien und Konnektor Berechtigungen bleiben bestehen, und im Microsoft 365 Admin Center sehen IT Verantwortliche jederzeit, welche Apps veröffentlicht wurden und können sie von dort aus steuern.
Für Fachbereiche heißt das: bauen, ohne auf die IT warten zu müssen. Für die IT heißt es: den Überblick behalten, ohne jede App einzeln freigeben zu müssen.
Unsere Einschätzung
Für uns als Power Platform Partner ist diese Entwicklung eine logische Fortsetzung von dem, was wir bei unseren Kund*innen längst beobachten: Immer mehr Teams bauen ihre Lösungen selbst, über Power Automate oder über einfache Power Apps. Oft ganz ohne Entwicklungserfahrung.
Was jetzt dazukommt, ist eine niedrigere Einstiegshürde: Apps lassen sich mit natürlicher Sprache entwickeln. Das ist ein guter Startpunkt für Citizen Developer*innen, die kleinere Power-Apps (egal ob Canvas oder modellgesteuert) eigenständig erstellen wollen.
Bei größeren Enterprise Lösungen im CRM oder auch ERP Bereich braucht es jedoch weiterhin das entsprechende technische Know-How oder die Unterstützung einer Beratungsfirma wie gorelate.
Bei kleinen wie bei größeren Anwendungen bleiben einige Herausforderungen wie gehabt und benötigen Fachwissen: Technologie allein löst kein Prozessproblem und Themen wie Architektur, Governance und Security müssen für eine nachhaltige Umsetzung aufeinander abgestimmt sein.
Genau da setzen auch unsere KI Enablement Workshops an, nicht bei der Frage, was technisch alles möglich ist, sondern bei der Frage, wo in eurem Unternehmen ein konkreter, sinnvoller Anwendungsfall steckt.
Ihr wollt herausfinden, ob und wo sich App Building mit Copilot für euer Unternehmen lohnt und wie das funktioniert? Schreibt uns, wir schauen uns eure Prozesse gemeinsam an.
Das Thema interessiert dich? Zum Microsoft Artikel.
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